Es ist normal, dass wir uns im Winter so fühlen wie dieses Fran aussieht.
Zerknittert, abgeschlagen, müde.
In uns, das ausgeprägte Bedürfnis uns zurück zu ziehen.
Alleine sein, nichts tun.
Antriebslos, keine Energie um etwas anzureissen.
Lethargisch, introvertiert.

Wir sind nicht kaputt, wenn wir uns im Winter so fühlen.
Es ist einfach normal.
Winter ist die Zeit des Rückzugs.

Die Natur zieht sich im Winter zurück, sie ruht bis die Sonne im Frühling den Boden wärmt.
Bis dahin ruht sie. Alles in der Natur ruht.

Wir Menschen sind auch Natur, wir sind nur das einzige Lebewesen auf diesem Planeten, das nicht in seinem natürlichen Rhythmus unterwegs ist.
Wir haben die selben Bedürfnisse, wie alle anderen Lebewesen.
Auch wir, haben im Winter das Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe.
Auch wir, brauchen diese Pause um Energie zu tanken.
Auch wir, wollen ruhen und unserem Innenleben Raum geben.

Die Winterdepression entsteht nur dann, wenn wir unserem natürlichen Impuls nicht nach gehen (können).
Wenn wir den ganzen Winter durch abliefern, funktionieren, rennen, machen, machen, machen.
Im Winter so zu funktionieren, ist komplett gegen unsere Natur.
Und genau das spüren wir.
Wenn wir nicht ruhen, dann kommt die Traurigkeit, mit all ihren unzähligen Sinnfragen im Schlepptau.
Dann kommt das Gefühl nicht zu genügen, weil wir es eben nicht schaffen, abzuliefern.
Ruhen wir im Winter nicht, brennen wir aus.

Also sollten wir im Winter nicht an uns selber zweifeln, wenn wir müde und abgeschlagen sind, sondern besser ein System hinterfragen, dass von uns ein Leben verlangt, dass sich komplett gegen unsere menschliche Natur stellt und uns damit krank macht.

Wir sollten uns fragen, wem wir wirklich etwas schuldig sind.
Sind wir es uns selber schuldig, gut für uns selbst zu sorgen, unseren natürlichen Bedürfnissen Raum zu geben, uns eigenverantwortlich um unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit zu kümmern?
Oder sind wir diesem System etwas schuldig?
Einem System das bewusst Mangel und Krankheit kreiert und sich von unserem Unwohlsein ernährt?

Was ist wirklich wichtig in unserem Leben?
Ich höre immer wieder, unsere Gesundheit ist das Wichtigste überhaupt, ohne sie ist alles nichts.
Aber um eben diese, müssen wir uns schon selber kümmern, das übernimmt niemand für uns.
Dieses System wird uns ganz bestimmt nicht dabei unterstützen, gesund zu sein.
Das müssen wir schon selber in die Hand nehmen und beginnen unser Leben für uns zu gestalten.

Manchmal braucht es Ungehorsam, manchmal muss man sich im Aussen unbeliebt oder unbequem machen, damit es sich in uns harmonisch, wohlig anfühlen kann.
Es ist nicht natürlich, immer zu funktionieren.
Wer das von sich verlangt, wird sich unweigerlich minderwertig fühlen, weil es nicht unsere Natur ist immer zu funktionieren.

Das ist unser Leben.
Es gehört uns und nicht diesem Gefüge, in dem wir versuchen zu funktionieren.
Wir sind keine Arbeitsmaschinen, wir sind Menschen mit natürlichen Bedürfnissen.

Und jetzt gerade ist es Winter!
Zeit zu ruhen!